So ist echte Freigebigkeit

Der König von Jemen war sehr freigebig. Obwohl seine Freigebigkeit überall im Lande berühmt war, konnte er es nicht aushalten, daß über die Freigebigkeit von Hatim-i Tai geredet wurde. Eines Tages gab er auf seinem Schloß ein großes Festmahl. Arme und Reiche vergnügten sich daran. Aber er hörte von den Gästen, dass sich das Festmahl bezüglich Freigebigkeit nicht an die von Hatim-i Tai herankam. Er verstand, dass so lange Hatim-i Tai lebte, könne er nicht der Erste an Freigebigkeit sein. So beschloss er, ihn töten zu lassen. Er fand einen starken jungen Mann, dem er 20 Goldmünzen dazu gab. Nach dem Töten würde er weitere 20 Goldmünzen bekommen.

Der Junge fragte herum und fand den Stamm des Tai. Er begegnte einem leutseligen, freundlich und schneidigen Jungen.Dieser freundliche Junge sagte: „Du bist willkommen! Du siehst sehr müde aus. Sei diese Nacht mein Gast. Und nahm ihn zu sich nach Hause. In der Nacht gab er ihm viele Geschenke und Wohltätigkeiten. Am Morgen, als der Gast gehen wollte, bat er ihn sehr noch ein paar Tage zu bleiben.  Der Gast sagte jedoch:“Ich habe eine sehr wichtige Angelegenheit zu erledigen und muß sehr eilig gehen.“Der gütige und offenbar mehr als glücklich dienende Gastgeber sagte: „Wass musst du machen, kann ich dir irgendwie behilflich sein?“

„Oh du edler Mensch, du bist sehr großzügig und gütig! Du wirst keine Geheimnisse verraten. Ich suche nach jemandem namens Hatim. Kennst du ihn vielleicht?“
Der Gast erklärte, weswegen er gekommen ist und fragte:“Kannst du mir dabei behilflich sein?“

„Natürlich ist das möglich. Aber das wird keine leichte Sache sein. Wenn du machst, was ich dir sage, wird es aber so leicht sein, als würdest du ein Haar von der Butter entfernen.“

„Was soll ich denn machen?“Der Hatim ist genauso ein schneidiger Held wie du. Möglicherweise wirst du ihn nicht töten können. Ich werde dir den Weg zu ihm erklären. Aber falls es dir nicht gelingt ihn zu töten und die Sache auffliegt, kann es passieren, dass er mich tötet, weil ich dir den Weg gezeigt habe. Daher binde meine Hände und Füsse fest, damit man begreift, dass du mich dazu gezwungen hast.“

Nach dem der Gast die Hände und Füsse des Gastgebers gut festgebunden hat fragte er:

„Wo ist Hatim?“

Daraufhin der Gastgeber: „Ich bin der besagte Hatim. Mein Kopf wird dir doch nützen, warum soll ich ihn dir nicht gönnen? Den Wunsch des Gastes zu erfüllen und sein Herz mit Freude zu füllen ist mein grösster Wunsch. Töte mich sofort und fliehe von hier, bevor es jemand hört!

„Der Gast war sehr überrascht. Sofort legte er sich Hatim zu Füssen und flehte:

„Wer dir sogar mit einem Rosenblatt haut ist niederträchtig. Ich bitte dich um Vergebung!“
Dem Gast wurde vergeben und er verabschiedete sich wohlgefällig und ging zurück zum König.Er erzählte ihm, was er erlebt hat. Der gütige und großmütige König verstand sein Fehler und erklärte:“Freigebigkeit ist nicht nur mit Hab und Gut. Der großmütige Charakter des Hatim ist seine Eigenschaft und Gabe. Du hast deine Aufgabe mehr als erfüllt!“, sagte er und gab ihm anstatt 20 nunmehr 40 Goldmünzen.

Advertisements

Über SERDAR MERMEY

Maschinen/Maschinenbau, Technik (allgemein) Islam (Religion) [etwa 20 Jahre Interessensgebiet] Steuern und Zoll (Recht) (ca. 14 Jahre berufliche Erfahrung und Beratung in Deutschland) Bilanzierung/Buchhaltung und Finanzen (allgemein) Verträge/Investment - (Ich bin Holding-Investor) Wertpapiere (von Aktiengesellschaften in Türkei) Möbelbranche und Beschläge Wirtschaft (insbesondere Recht der Aktien-Geselschaften (A.Ş.) in der Türkei) Ich biete eine 29-jährige Erfahrung in Übersetzungen, Textverfassung, Korrekturlesen an. Auch Lokalisation und Dolmetschangelegenheiten können Sie als Leistungen erhalten.
Dieser Beitrag wurde unter Uncategorized veröffentlicht. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.